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Geschichten zu Weihnachten

 

Vom Bäumchen, das nicht schlafen wollte

Am Waldrand wuchsen eine Fichte und ein Ahornbäumchen nebeneinander. Die Fichte hatte damals aber noch keine Nadeln, sondern Blätter wie jeder andere Baum. Die erste Zeit war zwischen den beiden Bäumchen noch viel Platz. Aber als sie größer wurden, gab es Streit. „Weg da!“ rief das eine dem anderen zu, wenn es ihm seine Äste entgegenstreckte. Da mischten sich die großen Bäume ein: „Wenn man nicht in die Breite wachsen kann, muß man sich hoch strecken!“ !Pah!“ säuselte da der Ahorn zur Fichte. „Ich bin ohnehin schon viel größer als du!“ „Abwarten“ raschelte die Fichte „Dich hole ich schon noch ein“ Aber sie machte sich große Sorgen, dass ihr der Ahornbaum eines Tages über den Kopf wachsen und alles Licht nehmen könnte. Als der Herbst kam, hörten die Bäume auf zu wachsen. Sie zogen die Blätterkleider aus. „Jetzt werde ich schlafen!“ flüstere der Ahorn der Fichte zu. Doch was sah er da? „Du bist ja noch grün“ hauchte er müde. „Hast du die Schlafenszeit vergessen?“ Die Fichte meinte: „Ich werde nicht schlafen. Ich will weiter wachsen!“ Das tat die Fichte auch. An den nächsten Tagen schien die Sonne ja beinahe so warm wie im Sommer. Dabei hatten doch die großen Bäume erzählt, dass es in der kommenden Zeit sehr kalt wird. Nur in der Nacht fror die Fichte ein wenig. Aber nach einigen Wochen fror sie auch tagsüber schrecklich in den Blättern. Deshalb beschloß die Fichte, alle Blätter fest zusammenzurollen. So wurden ihre Blätter ganz klein und der böse Frost konnte sie nicht mehr packen. Zum Glück fielen bald Schneeflocken vom Himmel. Sie deckten die Fichte wie mit einer Bettdecke zu. „Jetzt friere ich nicht mehr“ dachte sie sich, „doch zum Wachsen ist es viel zu kalt“. Also schlief sie ein. Die Fichte wachte auf, als es ihr um die Astspitzen plötzlich ganz warm wurde. Die waren mit brennenden Kerzen geschmückt und die Menschen tanzten um sie herum. Sie freuten sich, dass es einen Baum gab, der auch im Winter grün war. Das erinnerte sie daran, dass eines Tages alles wieder grün sein würde. Das Kerzenlicht gab einen Vorgeschmack von der Frühlingssonne. Doch bis zum Frühling war es noch kalt. Dazwischen gab es aber immer wieder milde Tage. Die nutzte die Fichte, um zu wachsen. Eines Tages aber wärmten die Sonnenstrahlen die Fichte so wie damals die brennenden Kerzen mitten im Winter. Nun schmolz der Schnee von ihren Ästen. Da wachte auch der Ahornbaum auf. Der war ganz erstaunt, als er sah, wie groß die Fichte den Winter über geworden war. „Da muß ich mich anstrengen, dir nachzukommen“, sagte er. Die Fichte aber meinte: “Laß dir erst mal neue Blätter wachsen!“ Seit damals hat die Fichte Nadelblätter und behält sie das ganze Jahr.


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